Konzerte unserer Mitgliedschöre

sowie
Konzerthinweise für Musikfreunde

Hinweise auf Konzertverstaltungen unserer Mitgliedschöre,
die wir hier gerne veröffentlichen, bitte an den Geschäftsführer.

 

Musikalische Gipfelleistung des
17. Jahrhunderts


Das dascanioConsort gastiert im September im Emsland und im Oktober in der Region Osnabrück.

 

Die vom Publikum und der Fachpresse hochgelobten Sängerinnen und Sänger interpretieren Johann Hermann Scheins „Fontana d’Israel, Israels Brünnlein“, 1623 in Leipzig gedruckt. „Mit diesem Sammelwerk von 26 – wie es der Komponist selbst ausgedrückt hat – auff Italian-Madrigalische Manir geschriebenen Motetten besitzen wir eine kompositorische Gipfelleistung der deutschen Musik des 17. Jahrhunderts“, weiß Daniel Lösker, der Leiter des Ensembles, zu berichten.


Beeindruckend ist die detailreiche Veranschaulichung der Texte, die farbig und bildhaft ausgelotet werden. Plastisch und lebendig erzielt die wunderbare Musik am Übergang von Renaissance zu Barock auch heute noch nachhaltig ihre Wirkung bei Interpreten und Publikum. Eine präsentative Auswahl der geistlichen Madrigale haben die derzeit sechs Interpreten herausgesucht. 


Als Ergänzung und zur musikalischen Abwechslung erklingen Kompositionen des 20. Jahrhunderts. Diese Zeit dem Publikum näher zu bringen, ist dem dascanioConsort ein besonderes Anliegen. „Die zumeist tonale Tonsprache der Werke im Programm orientiert sich deutlich am Vokalstil der Zeit Scheins“, beruhigt Lösker jene, die mit der dissonanzreichen Ausdrucksart so mancher „Neutöner“ nicht viel anfangen können, und ergänzt: „Sie ist somit ein Beispiel dafür, dass moderne Musik nicht grundsätzlich schwer zu verstehen sein muss.“ 

Die „Sechs kleinen Motetten“ von Ernst Pepping sind ein herausragendes Exempel von Vertonungen des Alten und Neuen Testaments, die mit ihrer Tiefgründigkeit und Prägnanz in der Musik des vergangenen Jahrhunderts ihresgleichen suchen. Der in Duisburg geborene Komponist wurde, gemeinsam mit Hugo Distler, vor allem durch solche Werke zu einem der bedeutendsten Vertreter der kirchenmusikalischen Erneuerungsbewegung.

Distler veröffentlichte 1941 seine „Geistliche Chormusik op. 12“. Eröffnet wird die Sammlung mit der dreiteiligen Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“. Auf der Textgrundlage von Psalm 98 bekräftigt der Komponist durch den bewegten und frischen Charakter des Werkes geradezu programmatisch, ein „neues Lied“ heraufzubeschwören. Auch Distlers Stil beruft sich auf die Zeit der großen mitteldeutschen Tonsetzer, ist aber dennoch als Ausdruck einer erlebten Gegenwart, deren beängstigende Auswüchse ihn schließlich 1942 den Freitod wählen ließ, zu verstehen.

Die kurzen, aber einprägsamen Motetten Peppings, die aufwühlende Psalm-Vertonung aus der Hand von Hugo Distler, sowie die polyphone Meisterschaft Scheins in den herausragenden Werken seines „Israelsbrünnleins“ werden für Musikfreunde sicher zu einem Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltungssaison werden.

Die Konzerte im Emsland finden am 29. September um 19:00 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirche zu Lengerich und am 30. September um 18:00 Uhr in der Alten Klosterkirche zu Haselünne statt.

In der Region Osnabrück ist das Ensemble dann am 20. Oktober um 19:30 Uhr in Voltlage und am 21. Oktober um 20:00 Uhr in der Kleinen Kirche am Dom zu hören.